Blog

Hier werde ich unregelmäßig von Filmproduktionen berichten, Hintergrundinformationen und How-tos liefern sowie Tipps geben zum Selbermachen. Mal sehen, ob ich mehr schreiben werde oder auch Videoblogs nutze. Und wer weiß, vielleicht bitte ich auch Kollegen um Gastbeiträge. In jedem Fall aber freue ich mich auf Ihr Feedback!

Wie Authentizität im Film gelingen kann

26.03.2019 | Danke an die redaktionelle Unterstützung von Dr. Karin Steinhage!

3 Thesen, 5 Tipps und 1 Hinweis, wenn Sie selber mit dem Smartphone filmen

These 1: Glaubwürdigkeit wirkt entscheidend.

Ansprechende Bilder mit authentischen Personen in ihrem Umfeld erzeugen Emotionen, die Entscheidungen aus dem Bauch heraus begünstigen. Kommen Informationen hinzu, die den Kopf ansprechen, ergibt das die ideale 2er-Kombi. Kopf und Herz spielen beide mit. Wem es gelingt, Inhalte und Botschaften auf diese Weise zu verweben, wird kompetent und glaubwürdig wahrgenommen, erzeugt Vertrauen. Meine Erfahrung hat gezeigt: Dies erhöht die Chance ganz enorm, beim Zuschauer Handlungsbereitschaft und Entscheidungsfreude auszulösen.

These 2: „Authentizität zieht!“ lässt sich auf die Produktion von Unternehmens- und Informationsfilmen übertragen.

Gerade in den Feldern HR und Marketing, wo es um Anziehung, Unterscheidung und Abgrenzung geht, kann ein authentisch gehaltener Film eine Überzeugungsarbeit leisten, die den beruflichen Alltag von Personalern und Marketeers hilfreich ergänzt. So ein Film argumentiert vielschichtig mit konkreten Fakten und echter Atmosphäre gleichermaßen. Damit ist ihm die Aufmerksamkeit der Zielgruppe sicher.

These 3: Authentizität geht durch zu viel Hochglanz verloren.

Kommt ein Film zu hochglanzpoliert daher, besteht bei einigen Zielgruppen die Gefahr, dass sie hinter der schönen Politur Täuschungsmanöver vermuten. Deswegen favorisiere ich beispielsweise im Bereich Recruiting durchaus Selfmade-Filme aus der Mitte der Belegschaft. Ich meine damit Filme, die nicht von Profis, sondern von Mitarbeitern gedreht werden. Filme, die gerade so viel Laienhaftes enthalten, dass sie authentisch wirken – und dennoch, unter partieller Anleitung von Profis, so gut gemacht sind, dass man sie gern anschaut.

5 Tipps, damit Authentizität im Film gelingen kann

Tipp 1: Aus der Zielgruppe für die Zielgruppe!

Drehen Sie die Bilder, die die gewünschten Impulse zur Handlungsbereitschaft bei Ihrer Zielgruppe auslösen. Das setzt voraus, dass Sie Ihre Zielgruppe wirklich gut kennen:

  1. Sie verstehen das Informationsverhalten.
  2. Sie wissen um die Sehgewohnheiten.
  3. Sie haben ein Gespür für den „sozialen Habitus“ (Denken, Fühlen, Handeln).

Tipp 2: Die Geschichte zählt!

Sie sollten eine stringente und stimmige Geschichte erzählen, die zum Thema und zur Zielgruppe passt.

Tipp 3: Keine künstlichen Situationen, in denen man sich fremd fühlt!

Bleiben Sie authentisch. Die besten Szenen, die besten Originaltöne entstehen in Situationen, die einem vertraut sind. Führen Sie mit Kollegen als erstes Vorgespräche. Planen Sie beim Filmen Zeit ein, damit sich alle an diese ungewohnte Situation gewöhnen können. Und wenn Sie derjenige sind, der interviewt wird, machen Sie sich vorher Gedanken, was Sie sagen wollen. Behalten Sie das im Hinterkopf.

Tipp 4: Filmen Sie die Szenen ohne Zoom und Reißschwenks!

Das menschliche Auge kann einen Gegenstand nicht mit einem Blick vergrößern. Da müssen Sie dann schon selbst weiter rangehen. Authentisch gemachte Filme leben von einer Kameraführung, die sich der menschlichen Sehgewohnheit anpasst. So vermeiden Sie optische Störer, die die Aufmerksamkeit ablenken.

Tipp 5: Schneiden Sie unsichtbar!

Das Ziel dieser Schnitt-Technik ist es, den Zuschauer so wenig wie möglich merken zu lassen, dass es sich um einen Film handelt. Der Handlung soll ohne Ablenkung gefolgt werden. Das setzt voraus, dass Sie unterschiedliche Einstellungsgrößen wählen, durchaus auch die Perspektive wechseln, ohne aber dabei über die Achse zu springen. Professionelle Kameraleute wissen das, aber was ist, wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter zum Smartphone greifen und selber filmen?

1 Hinweis, wenn Sie selber filmen

Entweder gelingt Ihnen ein Oneshot einer Situation, oder aber, wenn Sie die Szene (in mehreren Einstellungen) auflösen wollen: Machen Sie am Anfang nicht mehr als 10 Einstellungen. Damit behalten Sie den Überblick und verzetteln sich nicht.


Ich will mehr sehen!